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Praxis für Akupunktur und Tiertherapie

Co-Regulation – die Kraft eines regulierten Nervensystems

Co-Regulation – die Kraft eines regulierten Nervensystems
Co-Regulation – die Kraft eines regulierten Nervensystems

Wir alle kennen Situationen, in denen wir uns in der Gegenwart eines anderen Menschen oder eines Tieres – scheinbar plötzlich – besser fühlen. Uns von grosser Aufregung erholen oder entspannen. Auf körperlicher Ebene ist es sehr klar, was passiert. Fachsprachlich nennen wir es Co-Regulation.

Co-Regulation spielt immer dann eine Rolle, wenn wir einem Menschen oder einem Tier beistehen oder schlicht zusammen sind. Im Besonderen dann, wenn wir das nicht primär übers Gespräch tun können. Vielleicht weil die Person oder das Tier so ausser sich ist, dass Worte gar nicht gehört werden oder landen können.

Manchmal ist es auch so, dass wir das Gespräch leicht überschätzen. Unsere eigene Präsanz, wie wir anwesend bleiben können bei intensivsten Gefühlen, Schmerz und Verzweiflung ist weitaus entscheidender.

Heute erzähle ich von einem Erlebnis, das ich mit Krishna und Carla hatte (Namen frei erfunden)

Krishna – ruhig, in sich und in seiner Welt …

Ich habe mit Krishna, einem stattlichen Hund und seiner Halterin Carla wunderbare Ferien verbringen dürfen. Krishna hat mich schnell ins Herz geschlossen und ich ihn. Wenn er es wollte, lehnte er sich liebevoll an mich und ich durfte wieder mal ausgiebig hündisches Leben in nächster Nähe geniessen.

Seit meine Hündin Luna gestorben ist, habe ich selten die alltäglichen, so selbstverständlichen Momente. Auf dem Sofa rumhängen zum Beispiel und ein beruhigendes Schlafgeräusch hören, dem Wasserschlabbern zuhören oder ähnliche Dinge. Mit Krishna war viel selbstverständliche Alltäglichkeit möglich, die ich sehr genoss.

Draussen liebte es Krishna, entlang der Promenade zu schnüffeln oder auch mal einen schnellen, übermütigen Galopp im Sandstrand hinzulegen. Er machte auf mich einen ruhigen, lebendigen und in sich ruhenden Eindruck.

Dann die Aufregung

Eines Tages zeigte mir Krishna eine andere Seite. Carla erzählte mir schon vorher davon: Sobald sie ins Wasser zum Schwimmen geht, bellt Krishna unaufhörlich. Stress für Carla und Stress für Krishna. Und so war es auch dieses Mal. Mir war klar, da geht es um starke Emotionen bei Krishna. Welche genau war mir nicht so wichtig. Krishna tigerte am Strand, bellte und war ausser sich.

Es war eindeutig: Krishnas Nervensystem versuchte gerade, sich irgendwie mit dieser Situation zurechtzufinden. Krishna war aktiviert und sein Bellen der körperliche Ausdruck davon.

Die Beruhigung

Ich weiss aus unzähligen Erfahrungen: Am hilfreichsten kann ich für ihn sein, wenn ich mein eigenes Nervensystem in Balance halte. So setzte ich mich hin und machte vorerst gar nichts. Liess mich auch nicht hinreissen, ihm durch irgendwelche Signale oder Ansprachen helfen zu wollen. Das Wichtigste war, selber ruhig und entspannt zu bleiben.

Der Moment kam – schneller als erwartet

Und tatsächlich! Zwar mit Hoffnung darauf und trotzdem auch absichtslos, wie ich da sass, setzte sich Krishna zu mir und wir blickten beide ins Meer. Er beendete das Bellen und wir waren in einer tiefen Art miteinander verbunden. Oder anders ausgedrückt: Unsere Nervensysteme waren verbunden und Krishna konnte sich dank meiner Ruhe wieder selbst regulieren.

Eine Freundin von mir sagte mir einmal nach einer ähnlichen Szene: „Ich weiss nicht WAS du tust, aber sehe, DASS du etwas tust“. Ja, sie hatte recht. Es sieht nach nichts aus, es sieht nach Ruhe aus und es ist doch etwas darüber hinaus.

Was so stark wirkt ist ein reguliertes Nervensystem. Solche Ereignisse sind nicht zufällig. So etwas lässt sich lernen, üben und pflegen.

Und ich ergänze sehr gern: natürlich gelingt mir das nicht in jeder Situation. Auch ich gerate wie alle Menschen in andere Zustände. Hier war es ein schöner Moment, weil ich es einschätzen konnte: keine Gefahr, alles bestens, keine Menschen rundrum die sich (und uns) nerven – maximale Sicherheit bei gleichzeitiger Unsicherheit von Krishna.

Was du hier gelesen hast, ist ein Kern meiner Kurse.

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